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Wartungshalle Brisen in Buochs mit geöffnetem Hangartor, Flugzeug auf dem Vorfeld und Bergkulisse

Buochs (NW)

Pilatus Flugzeugwerk Halle / Maintenance, Brisen

Blick von der Galerie in die stützenfreie Wartungshalle mit Flugzeugen und Werkbänken
Hangar 1.01
Werkstätten 1.02
Hallenklima 1.03
Mittelgang der Wartungshalle mit Holztragwerk, Lüftungskanälen und Deckenstrahlplatten
Lüftungszentrale 2.01
Galvanik 2.02
Modell & Simulation 2.03
Galeriegang mit Holzbrüstung, darüber Lüftungskanäle und Beleuchtung unter dem Holzdach
Grundwasser 3.01
Prozesswärme 75 °C 3.02
Kältenetze 3.03
Gebäudeautomation 3.04

Ein Gebäude, viele Klimazonen

  1. Die stützenfreie Wartungshalle misst 55 × 145 Meter und bietet Platz für 14 Flugzeugstandplätze. Rund 230 Flugzeuge pro Jahr werden hier gewartet, repariert oder überholt — ein Betrieb, der sich vorher auf mehrere Gebäude verteilte.

  2. Avionik, Instrumente, Triebwerke, Galvanik, Reinigungsräume: Jede Werkstatt bringt eigene Anforderungen an Temperatur, Feuchte und Absaugung mit — mehrere davon arbeiten mit Gefahrstoffen.

  3. Eine Halle dieser Grösse lässt sich nicht sinnvoll über die Luft heizen. Deckenstrahlplatten geben die Wärme direkt an Boden, Flugzeuge und Menschen ab, statt das gesamte Hallenvolumen umzuwälzen.

Luft für jeden Bereich

  1. Neun Monobloc-Lüftungsanlagen versorgen die Lüftungszonen mit rund 140'000 m³/h — jede auf die klimatischen, hygienischen und sicherheitsbedingten Anforderungen ihrer Zone abgestimmt.

  2. Für den Industriebereich Galvanik und die Reinigungsräume planten wir Lüftungsanlagen aus speziellen Materialien: Ihre Abluft würde gewöhnliche Kanäle und Wärmetauscher angreifen.

  3. Unter einem Holztragwerk ist jeder Zentimeter vergeben. Abicht übernahm die räumliche Koordination HLKSE und prüfte die Anlagen vorab in Simulationen — bevor der erste Kanal gebaut wurde.

Energie aus dem Grundwasser

  1. Wärme und Kälte kommen aus dem Grundwasser: Wärmepumpen und Kälteanlagen decken 430 kW Wärmeleistung, ohne fossilen Brennstoff.

  2. Einzelne Prozesse in den Werkstätten verlangen 75 °C Heizenergie. Diese Temperatur erzeugen wir aus der anfallenden Abwärme, statt dafür einen zweiten Wärmeerzeuger aufzustellen.

  3. Die hohen raumklimatischen Anforderungen tragen zwei getrennte Kältenetze: 15 °C aus Freecooling für die Grundlast, 6 °C aus der Kälteanlage dort, wo es wirklich kalt sein muss.

  4. Die Gebäudeautomation führt Lüftung, Wärme und Kälte zusammen und fährt jede Zone nach ihrem eigenen Fahrplan — vom Hangar bis in die Kundenzone.

Auf 55 × 145 Metern führt die Halle Brisen zusammen, was der Flugzeugunterhalt bei Pilatus vorher auf mehrere Gebäude verteilt hat: Hangar, Komponentenwerkstätten und Kundenzone unter einem Dach. Abicht plante die HLKKS-Anlagen für ein Gebäude, in dem fast jeder Raum sein eigenes Klima braucht.

Hinterlüftete Holzfassade des Annexbaus mit raumhohen Fenstern
Zeitraum
2022 – 2024
Bauherrschaft
Pilatus Flugzeugwerke AG
Baumanagement
Strüby Unternehmungen, Seewen SZ (Gesamtleistung)
Architekt
Strüby Konzept AG, Seewen SZ
Referenz Kategorien
Industrie- / Gewerbegebäude

Projektkennzahlen

430

kW

Wärmeleistung

140'000

m³/h

Lüftungsanlagen

11'338

Nutzfläche

14

Standplätze

für Flugzeuge in der Halle

Ausgangslage

Die Pilatus Flugzeugwerke AG benötigte für den Unterhalt ihrer Flugzeuge eine neue Halle mit Werkstätten und Verwaltungsbau. Mit dem Unterhalt entstehen viele verschiedene Werkstätten, welche unterschiedliche klimatische Anforderungen und auch Anforderungen an den Umgang mit Gefahrenstoffen aufweisen.

Dreigeschossiger Annexbau in Holzelementbauweise vor der Wartungshalle
Bild: Strüby Unternehmungen

Lösung

Abicht plante die HLKKS-Anlagen und übernahm die Simulationen, die Gebäudeautomation sowie die räumliche Koordination HLKSE. Die Lüftungszonen werden mit 9 Monobloc-Lüftungsanlagen belüftet, welche auf die klimatischen, hygienischen und sicherheitsbedingten Anforderungen abgestimmt sind. Für den Industriebereich Galvanik und die Reinigungsräume wurden Lüftungsanlagen mit speziellen Materialien erstellt. Für die Energieerzeugung werden Grundwasser-Wärmepumpen / Kälteanlagen eingesetzt. Für den Prozess wird 75 °C Heizenergie ab den Abwärmen erzeugt. Um die hohen raumklimatischen Anforderungen zu erfüllen, wurden zwei Kältenetze 15 °C (Freecooling) und 6 °C (Kälteanlage) aufgebaut. Der Sanitär plante unterschiedliche Abwassernetze für das häusliche Abwasser und die Industrieabwässer.

Lounge der Kundenzone mit Sitzgruppe und Panoramafenster zum Vorfeld
Bild: Strüby Unternehmungen

Gebäude und Beteiligte

Die Halle Brisen entstand als Gesamtleistung der Strüby Unternehmungen: Untergeschoss in Massivbau, ab Erdgeschoss in Holzelementbauweise mit 2743 m³ Schweizer Holz. An die stützenfreie Halle schliesst ein dreigeschossiger Annexbau mit Werkstätten, Büros und Kundenzone an; die Architektur stammt von der Strüby Konzept AG. Die Lüftungs-, Klima-, Heizungs- und Kälteanlagen führte die Hälg & Co. AG Luzern – Ebikon aus. Abicht verantwortete die Planung der HLKKS-Anlagen, die Simulationen, die Gebäudeautomation und die räumliche Koordination HLKSE.

Für weitere Informationen zum Projekt:

Uriel Mettler

Geschäftsleiter Abicht Schwyz

+41 41 819 82 04

uriel.mettler@abicht.ch

Uriel Mettler

Nächste Referenz

Rüti (ZH)

Trox Hesco Schweiz AG