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Der Neubau des Instituts für Rechtsmedizin an der Murtenstrasse in Bern, dahinter das Gleisfeld

Bern (BE)

Universität Bern, IRM DKF

Laborraum mit offen an der Betondecke geführten Lüftungskanälen, Rohren und Kabeltrassen
Nutzungen 1.01
Sichtbar geplant 1.02
Gebäudeleitsystem 1.03
Luftbild des Dachs mit Lüftungsaufbauten, Abluftköpfen und Photovoltaikfeldern
Getrennte Führung 2.01
Filterstufen 2.02
Tierräume 2.03
Ingenieur mit Laptop in der Energiezentrale zwischen Verteilern und Wärmetauschern
BIM in 3D 3.01
Kompakte Zentralen 3.02
Testinstallation 3.03

Alles unter einem Dach

  1. Labore, Tierräume, Obduktion, Ballistik, Büros und Seminarräume liegen in einem Haus. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Luftkonditionen, thermische Behaglichkeit, Versorgungssicherheit, Luftqualität, Wasserver- und -entsorgung sowie Gas- und Dampfversorgung.

  2. Weil der Platz sehr knapp war, planten wir Heiz- und Kälteleitungen, Sanitärrohre, Mediengase, Lüftungskanäle und Elektrotrassen sichtbar an den Decken der Verkehrszonen. Die Leitungen bleiben jederzeit zugänglich, Wartung und Austausch werden einfacher.

  3. Ein übergeordnetes Gebäudeleitsystem übernimmt Steuerung, Regelung, Überwachung und Optimierung — die Voraussetzung dafür, dass so viele unterschiedliche Zonen gleichzeitig in ihren Sollwerten bleiben.

Luft unter Kontrolle

  1. Für die Forensische Chemie und die Toxikologie sind Ab- und Zuluft der Labore vollständig getrennt geführt: Die Abluft darf auf keinen Fall mit dem Wind in die Zuluftfassung gelangen — sonst wären Beweismittel kontaminiert.

  2. Je nach Raumnutzung wird die Frischluft gekühlt, aktiv befeuchtet oder entfeuchtet. Die Filterstufen reichen von guter Lufthygiene bis zu Reinraumbedingungen.

    Monobloc-Lüftungsgeräte in der Lüftungszentrale
    Bild: Abicht Gruppe
  3. Im Untergeschoss wird für Forschungszwecke eine Tieraufzucht unter lüftungstechnischen Reinraumbedingungen gehalten. Die Räume laufen in leichtem Überdruck, damit keine Keime eindringen; Betriebsutensilien werden über zwei parallel angeordnete Autoklaven sterilisiert. Gasdichtheit, Begasung im Ereignisfall, Monitoring und die Integration in die Gebäudeautomation gehörten mit zur Aufgabe.

    Zwei parallel angeordnete Autoklaven zur Sterilisation der Betriebsutensilien
    Bild: Abicht Gruppe
    Hochautomatisierte dampfbetriebene Waschgeräte zur Aufbereitung der Betriebsutensilien
    Bild: Abicht Gruppe

Erst im Modell, dann an der Decke

  1. Alle gebäudetechnischen Modelle wurden in 3D geplant. Zentralen, Schächte, Deckeninstallationen, Einbringwege, Montage, Wartungszugänge und Reserveplätze für spätere Erweiterungen liessen sich so im Modell prüfen und nachweisen.

    Farbiges 3D-Modell der Gebäudetechnik mit Leitungen, Kanälen und Apparaten
    Bild: Abicht Gruppe
    Ingenieur vergleicht das 3D-Modell auf dem Tablet mit der ausgeführten Installation
    Bild: Abicht Gruppe
  2. Weil im Modell nachgewiesen ist, was passt, bleiben Zentralen und Schächte so klein wie möglich. Der frei gewordene Raum steht anderen Nutzungen zur Verfügung — ein direkter wirtschaftlicher Gewinn für die Bauherrschaft.

  3. Weil die Leitungen sichtbar bleiben, stiegen die Anforderungen an eine ästhetisch saubere Montage. Testinstallationen halfen, Platzierung, Montageabläufe und Erscheinungsbild vor der Ausführung zu verbessern.

Labore, Tierräume, Obduktion, Ballistik, Büros und Seminarräume unter einem Dach — und rund 400 Menschen, die vorher auf 18 Standorte verteilt waren. Abicht plante die HLKKS-Anlagen des Laborgebäudes an der Murtenstrasse und gewann 2014 mit dem gesamtheitlichen gebäudetechnischen Konzept den mehrstufigen Gesamtleistungswettbewerb.

Korridor zwischen verglasten Laborräumen, darüber offen geführte Lüftungs- und Medienleitungen
Zeitraum
2014 – 2021
Bauherrschaft
Amt für Grundstücke und Gebäude Kanton Bern
Baumanagement
Gross Generalunternehmung AG, Brugg (Totalunternehmung)
Architekt
Schneider & Schneider Architekten AG, Aarau
Referenz Kategorien
Labore / Reinräume

Projektkennzahlen

100'922

Rauminhalt SIA 416

10'913

Hauptnutzfläche

14'875

Nutzfläche

164

Kühlgeräte

für die Laborarbeiten

Ausgangslage

An der Murtenstrasse 20-30 in Bern entstand der 6-geschossige Neubau des Instituts für Rechtsmedizin sowie des Departements Klinische Forschung (heute Departement für Biomedizinische Forschung DBMR) der Universität Bern. Die Abicht gewann den 3-stufigen Gesamtleistungswettbewerb im Team um die Gross Generalunternehmung AG sowie der Schneider & Schneider Architekten AG.

Korridor mit sichtbar an der Decke geführten Leitungen, Kanälen und Elektrotrassen
Bild: Abicht Gruppe

Lösung

Die Abicht plante die Heizungs-, Lüftungs-/Klima-, Kälte- und Sanitäranlagen sowie die räumliche Koordination HLKSE für die Laborräume, für die Büroräume, für die Räume mit Tierhaltungen sowie für die Spezialräume für bildgebende Geräte (MRT und CT). Das Gebäude stellte sehr hohe Anforderungen an die Planung der Gebäudetechnik-Ingenieure und -Fachplaner: So wird etwa das Chemieabwasser der Laborräume in einem Tank gesammelt und die Luft in den Tierräumen erforderte Reinraumqualität.

Seit dem Wettbewerbsgewinn 2014 arbeiteten über zehn Mitarbeitende der Abicht Zug AG am Projekt — von der Beratung der Auftraggeber über die Projektplanung und die Begleitung der installierenden Unternehmen bis zur Inbetriebsetzung. Im Frühling 2021 wurden alle von uns geplanten und koordinierten HLKS-Anlagen abgenommen und termingerecht übergeben.

Technikzentrale mit hydraulischer Übergabestation und Verteilern
Bild: Abicht Gruppe

Gebäude und Beteiligte

Bauherrschaft war das Amt für Grundstücke und Gebäude des Kantons Bern, die Totalunternehmung lag bei der Gross Generalunternehmung AG, Brugg, die Architektur bei den Schneider & Schneider Architekten AG, Aarau. In der Baudokumentation des Kantons ist die Abicht Zug AG als HLKKS-Planung aufgeführt; Elektroplanung und Brandschutz verantwortete die HKG Engineering AG, Aarau, die Laborplanung die dr. heinekamp Labor- und Institutsplanungs GmbH, Basel. Ausgeführt wurden die gebäudetechnischen Anlagen von der ARGE Klimag/Engie, der Neuenschwander Neutair AG, der Guggisberger Kurz AG, der Terag Thermo-Energie AG und der Gebr. Gloor AG. Der Neubau ist im Standard Minergie-P-ECO erstellt.

Für weitere Informationen zum Projekt:

Tim von Rickenbach

Teamleiter HLKS

+41 41 768 30 55

tim.vonrickenbach@abicht.ch

Tim von Rickenbach

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Oberkirch (LU)

Campus Sursee, «2000-Watt-Areal»